Die Patientenverfügung

Die erste Säule der Vorsorge ist die Patientenverfügung. Darin hält der Betroffene seinen Willen und seine Wünsche in Bezug auf die medizinische Behandlung fest – für den Fall, dass er einmal nicht in der Lage sein sollte, sich dazu eine vernünftige Meinung zu bilden und seinen Willen zu äußern.  Falls er befürchtet, in einer akuten psychischen Krise in eine Klinik eingeliefert zu werden, kann er z. B. in die Patientenverfügung schreiben, welche Medikamente er auf keinen Fall bekommen will; ob er in einer Psychose – wenn überhaupt – lieber fixiert als mit Medikamenten behandelt werden will und ähnliches mehr.

Entscheidend ist, dass die Situation, für die die Patientenverfügung gelten soll, hinreichend genau beschrieben ist. Es reicht also nicht aus, ganz allgemein zu formulieren: „Ich wünsche keine lebensverlängernden Maßnahmen“ oder „Eine Behandlung mit Medikamenten lehne ich grundsätzlich ab.“

Eine Patientenverfügung ist unter folgenden Voraussetzungen verbindlich: der Betroffene hat darin seinen Willen konkret formuliert und er war beim Unterschreiben der Patientenverfügung einwilligungsfähig.

Über eine Patientenverfügung, die diese Voraussetzungen erfüllt, dürfen sich weder der Arzt noch der Betreuer bzw. der Bevollmächtigte hinwegsetzen.

Wichtig: Auch wenn der Betroffene nicht geschäftsfähig ist, kann er eine Patientenverfügung verfassen. Entscheidend ist die Einwilligungsfähigkeit, und dass die Patientenverfügung so verständlich und sinnvoll formuliert ist, dass sein Wille deutlich wird.

Gelegentlich wird behauptet, dass der Zeitpunkt, zu dem die Patientenverfügung erstellt wurde, nicht zu lange zurückliegen darf. Dies ist nicht korrekt, sie ist auch nach Jahren noch gültg. Man muss eine Patientenverfügung also nicht regelmäßig neu unterschreiben. Man sollte aber unbedingt hin und wieder einen Blick darauf werfen und prüfen, ob sie immer noch die Situationen beschreibt, für die man Vorsorge treffen möchte, und die Maßnahmen, die man wünscht oder ablehnt.

Ein Muster einer Patientenverfügung nach dem aktuellen Gesetzesstand wird demnächst in diese Seite gestellt.

Beachten Sie auch meine aktuellen Informationen zur Patientenverfügung.

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Ein Praxisbeispiel dafür, wie man ein Vorsorgedokument erstellen kann und welche Überlegungen man dabei anstellen sollte, schildert Brigitte Weiß auf der Seite Praxisbeispiel: Krisenkonzept.