Die Vorsorgevollmacht

Wer soll im Fall des Falles für mich entscheiden?

Die erste Säule der Vorsorge für den Fall der Hilflosigkeit ist die Vorsorgevollmacht. Mit einer Vollmacht kann der Betroffene einer anderen Person das Recht übertragen, stellvertretend für ihn sowohl Rechtsgeschäfte zu tätigen (z. B. einen Heimvertrag abzuschließen) als auch über Maßnahmen im Bereich der Personensorge zu entscheiden (z. B. einer medizinischen Behandlung zuzustimmen).

Beispielsweise kann man für den Fall der schweren Demenz oder den Fall einer vorübergehenden psychischen Krise eine Vollmacht verfassen. Der Bevollmächtigte kann dann entscheiden, ob und in welches Heim oder welche Klinik er den Betroffenen bringt.

Vereinfacht ausgedrückt: Ein Bevollmächtigter hat im wesentlichen die gleichen Befugnisse wie ein Rechtlicher Betreuer – vorausgesetzt, der Betroffene hat die Befugnisse, die er ihm übertragen will, ausdrücklich in die Vollmacht geschrieben.

Wenn eine Vorsorgevollmacht existiert, ist die Bestellung eines Betreuers nicht nötig, vorausgesetzt, die Aufgabenkreise, um die es geht, werden von der Vollmacht auch umfasst. Beispiel: Jemand hat für den Aufgabenkreis „Verwaltung des Vermögens“ einen Bevollmächtigten benannt, nicht aber für die Gesundheitssorge. Dann darf für die Vermögensverwaltung jedenfalls kein Betreuer bestellt werden; für die Gesundheitssorge wird bei Bedarf ein Betreuer bestellt.

Wichtig: Mit einer Vollmacht liefert man sich dem Bevollmächtigten praktisch ohne Kontrolle aus. Deshalb sollte es unbedingt eine Person sein, der man voll und ganz vertrauen kann. Und natürlich sollte man sich vorher vergewissern, ob der Bevollmächtigte auch bereit ist, sein „Amt“ zu übernehmen.

Die Vollmacht sollte nicht an solche Bedingungen geknüpft werden wie „sie tritt erst dann in Kraft, wenn ich nicht mehr in der Lage bin, eine selbständige Entscheidung zu treffen“ oder ähnliches. Dies wurde früher mal empfohlen, hat sich aber als nicht praktikabel erwiesen, vor allem weil potentielle Geschäftspartner in der Regel gar nicht wissen können, ob die Vollmacht nun bereits gültig ist oder noch nicht. Sie sollte zeitlich uneingeschränkt erteilt werden, also mit sofortiger Wirkung. Dies ist ein Grund mehr, darauf zu achten, dass man sie nur einer echten Vertrauensperson erteilt. Ob sie nach dem eigenen Tod weitergelten soll, kann man frei entscheiden, je nachdem, ob der Bevollmächtigte auch nach dem Tod noch Dinge zu erledigen hat oder nicht.

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