3. Die Aufgabenkreise

Für welche Bereiche gilt eine Betreuung?

Bei der Entscheidung über eine Betreuung hat das Gericht mehrere Möglichkeiten:

Es kann einen Betreuer für bestimmte Bereiche, die hier Aufgabenkreise genannt werden, bestellen. Die wichtigsten und zugleich häufigsten Aufgabenkreise sind die folgenden:

— Vermögenssorge: das ist die Verwaltung Ihres Vermögens und Ihres Einkommens;
— Aufenthaltsbestimmung: damit kann der Betreuer Ihren (vorübergehenden oder dauerhaften) Aufenthaltsort bestimmen, z. B. ein offenes Heim; er kann Sie aber auch zwangsweise in einer geschlossenen Station einer Klinik oder in einem geschlossenen Heim unterbringen (bei einer Zwangs-Unterbringung benötigt er allerdings in jedem Einzelfall eine zusätzliche Genehmigung des Gerichts);
— Heilbehandlung, auch Gesundheitssorge genannt: dient oft der psychiatrischen Behandlung, aber auch der allgemeinen medizinischen Behandlung, z. B. bei verwirrten alten Menschen (auch bei einer Zwangs-Behandlung benötigt der Betreuer in jedem Einzelfall eine zusätzliche Genehmigung des Gerichts).

Es können auch sehr begrenzte Aufgabenkreise festgesetzt werden, z. B.:
– Entscheidungen in Wohnungsangelegenheiten,
– Regelung der Angelegenheiten in Sachen Rente und Krankenversicherung,
– Regelung der Angelegenheiten bei Übersiedlung in ein Heim,
– Zustimmung zu einer bestimmten Operation.

Das Gericht kann nötigenfalls einen Betreuer für alle Angelegenheiten bestellen, d. h. für sämtliche Aufgabenkreise.

Weiter: 4. Der Grundsatz der Erforderlichkeit