Zugang zur Psychotherapie soll erschwert werden!

Es gibt aktuell einen schwerwiegenden Angriff von Bundes-Gesundheitsminister Spahn auf die Psychotherapie: Er möchte, dass Patienten nicht mehr zu einem Therapeuten ihrer Wahl gehen können und dass dieser den Patienten berät, welche Hilfe nötig und richtig wäre. Stattdessen soll ein „besonders qualifizierter Behandler“ vorgeschaltet werden.
Das bedeutet konkret: Patienten sollen zukünftig einen solchen Diagnostiker – den sie sich nicht aussuchen dürfen, den sie vorher nicht gekannt haben und hinterher nie wiedersehen! –  davon überzeugen müssen, dass sie eine Psychotherapie brauchen.

Der Hintergrund dessen: Derzeit ist ein „Terminservice- und Versorgungsgesetz“ (TSVG) in Vorbereitung, das eigentlich Patienten aller Art dazu verhelfen soll, schneller einen Termin beim Facharzt ihrer Wahl zu bekommen. Quasi in letzter Minute wurde nun der entsprechende Passus mit der Psychotherapie in den Gesetzentwurf hineingeschmuggelt. Die interessierte Öffentlichekeit und die Verbände der Betroffenen und Psychotherapeuten hatten wegen der Kürze der Zeit keine Möglichkeit, auf den Entwurf Einfluss zu nehmen, sprich: ihre Argumente dazu vorzutragen.

Eine solche Hürde würde für viele eine Psychotherapie unerreichbar machen. Das darf nicht passieren!

Bitte Petition unterschreiben!

Nun wurde eine Petition ins Leben gerufen, um den Protest der Fachleute und der Bevölkerung dagegen kundzutun. Man kann online unterschreiben:

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2018/_10/_25/Petition_85363.nc.html

Inzwischen haben schon über 100.000 Menschen unterschrieben. Aber je mehr unterschreiben, desto besser! Die Frist läuft nur noch bis 13. Dezember.

Aktuelles Update: Der Gesundheitsausschuss des Bundesrats hat sich gegen den Gesetzentwurf ausgesprochen. Das bedeutet, dass der Bundesrat aller Wahrscheinlichkeit nach den Entwurf in der geplanten Form ablehnen wird, so dass das Gesetz nicht in Kraft treten kann. Aber die Petition ist trotzdem nach wie vor nötig und hilfreich, denn auch der Bundesrat kann möglicherweise „umkippen“ oder einem faulen Kompromiss zustimmen.

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