Die Psychiatrische Patientenverfügung

Maßgeschneiderte Vorsorge für den Krisenfall

Die ärztliche Behandlung eines Patienten darf grundsätzlich immer nur mit dessen vorheriger Einwilligung stattfinden. Es gibt aber Situationen, in denen man zur Einwilligung (oder Ablehnung) nicht in der Lage ist; geläufige Beispiele sind da die schwere Demenz oder das Koma. Aber auch in einer psychischen Krisensituation kann es vorkommen, dass man nicht Herr seines Verstandes ist. Mit einer Patientenverfügung kann man nun im Voraus in zukünftige ärztliche Behandlungen einwilligen oder sie untersagen. Man kann z. B. für den Fall einer psychotischen Krise bestimmte Medikamente ausschließen und stattdessen andere verlangen oder sogar jede Medikation verbieten.

Es gibt unzählige Vorlagen für eine Patientenverfügung; fast alle sind aber für die Situation am Lebensende bzw. für Demenz, Koma etc. gedacht und deshalb für die spezielle Situation von Psychiatrie-Patienten nicht geeignet.

Deshalb habe ich eine Vorlage zur Psychiatrischen Patientenverfügung erstellt, unterstützt von einer Rechtsanwältin.

Sie ist sachlich und neutral formuliert und deshalb für jeden Psychiatrie-Patienten geeignet. Jeder kann die Bausteine der Verfügung nach seinen eigenen Vorstellungen und Wünschen zusammenstellen, gleichgültig welche Einstellung er zur Psychiatrie hat: Das Spektrum reicht von kooperativ über psychiatriekritisch bis antipsychiatrisch. Ich gebe dabei lediglich einige Empfehlungen und weise auf eventuelle Probleme hin.

Die Vorlage mit ausführlichen Erläuterungen können Sie bei „meinem“ Verein, dem Netzwerk Psychiatrie München e. V., entweder kostenlos herunterladen oder als Broschüre gegen eine Spende bestellen.

Diese Vorlage entspricht dem aktuellen Stand (2022) der Gesetzgebung und der Rechtsprechung. Sie ist unverändert auch unter dem neuen Betreuungsrecht (ab 1.1.2023) gültig.

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Nützliche Ergänzung zur Patientenverfügung

Als Ergänzung dazu empfehle ich den Krisenpass, den man immer bei sich tragen kann und der nützliche Informationen für Ärzte und andere Helfer enthält. Auch den Krisenpass können Sie entweder kostenlos herunterladen oder in Papierform kostenlos beim Netzwerk Psychiatrie München e. V. bestellen (das gilt für ein bis drei Exemplare, größere Mengen gibt es gegen eine Spende).